Ernährungslügen: Jeder sollte Getreide (-Produkte) essen

Ernährungslügen – Teil 3: Jeder sollte Getreide & Getreideprodukte essen

Es gibt nur wenige, die ohne das „täglich Brot“ aufgewachsen sind und für viele gehört die „Stulle“ noch immer zum guten (Ernährungs-)ton. Auch die „Ernährungspyramide“ gaukelt und vor, wir sollten uns getreide-reich ernähren, denn immerhin sind da viele komplexe Kohlenhydrate und Ballststoffe drin, oder? Tatsächlich ist es um HEUTIGE Getreideprodukte gar nicht so gut bestellt, wie man meinen könnte. Noch entscheidender ist aber: Nicht JEDER sollte ohne zu hinterfragen zu Getreide und Getreideprodukten greifen oder aus der vollen Bandbreite schöpfen. Wieso?

ErnährungsLügen – Teil 3: Jeder sollte Getreide & Getreideprodukte essen

Unsere Nahrung besteht aus den drei großen Makronährstoffen Protein, Fett und Kohlenhydraten (oder vier, wenn wir den Alkohol noch mit aufnehmen, der irgendwie eine eigene Kategorie bildet). Streicht man einen davon aus dem Plan, etwa, weil er unter Verdacht steht uns krank zu machen (siehe Lüge #2), dann bleibt logischerweise nicht mehr viel Auswahl. Es kommt also nicht von ungefähr, dass mit der aufkommenden Fettphobie die Kohlenhydrate als wertvoll und gesund deklariert, ja beinahe glorifiziert, wurden.

Herkömmliche Ernährungsempfehlungen vom Staat, NGO‘s (und dessen „Ernährungsexperten“) umfassten – und umfassen – noch immer eine große Portion an Kohlenhydraten, die wir pro Tag mit unserer Nahrung aufnehmen sollten. Die „Ernährungspyramide“ wäre in diesem Fall zu nennen [1]. Eine Empfehlung, die – von einem geschichtlich und evolutionär betrachteten Standpunkt her – nur wenig Sinn macht.

High-Tech Zivilisation mit Low-Tech Körper

Wir leben im High-Tech Zeitalter, doktoren an unserem Erbgut herum und bewegen uns auch kulturell auf einem sehr hohen Niveau (hoch genug, dass wir nicht mehr auf das „Recht des Stärkeren“ und „Überleben des am besten angepassten“ pochen), doch unsere Körper und unsere Instinkte stecken noch immer in der Steinzeit. Lange Zeit war der Mensch ein Jäger und Sammler und ernährte sich – zumindest hier in Europa – überwiegend von tierischem Fett und Protein, sowie Beeren, Nüssen und Wurzeln (wie ich hier schon dargelegt habe). Es herrschte Eiszeit. (konkret: Wir lebten vor dem Aufkommen der Agrarkultur rund 100.000 Jahre im Würmglazial)

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Wir haben schon immer Kohlenhydrate mit unserer Nahrung aufgenommen, doch der Teufel steckt im Detail – oder konkret: dem Kohlenhydrattypus und dessen Verarbeitungsstufe. (Bildquelle: Adaptiert nach Eaton et al. 1997)

Als wir sesshaft wurden und den Ackerbau erfanden, veränderte sich auch unsere Nahrung in einem fundamentalen, rasanten Tempo. Von einer „einseitigen“ Fett-und-Protein-Ernährung (~65-80 % Fett, Rest Protein) wurden wir zu Mischkostverwertern (und sogar zu Vegetariern und Veganern). Fett, einst der Hauptenergielieferant unseres Körpers, wurde abgelöst durch Kohlenhydrate und kohlenhydrathaltige Produkte, die mit zunehmender Technisierung der Gesellschaft die vorherrschende Energiequelle wurden.

Aber: So komisch es auch klingen mag: Auch Pflanzen wollen leben und sich vermehren – aus diesem Grund hat es die Evolution so eingerichtet, dass die Vegetation über gewisse Schutzmechanismen und Barrieren verfügt – natürliche Pflanzengifte – die sie vor Fressfeinden schützen sollen. Wenn sich ein Tier einmal den Magen daran verdirbt (und nicht daran stirbt), wird es in Zukunft diese Pflanzen meiden, doch der Mensch ist anders – erfinderisch und hartnäckig (weshalb wir vermutlich auch so lange überlebt haben und nun an der Spitze der Nahrungskette stehen).

In unserem Artikel „Glutenintoleranz: Lektine & Gliadin. Nahrungsgift?“ haben wir das Thema bereits detailliert behandelt und die im Getreide enthaltenen Anti-Nährstoffe diskutiert. Betrachtet man die Entwicklung des Menschen im Großen und Ganzen, so wird deutlich, dass Kohlenhydrate (in einer derartigen Menge, in einer solchen Verarbeitungsstufe und vor allem als Getreide) ein Novum in der Ernährung des Homo sapiens darstellt. Das sich unser Getreide im Laufe der Zeit durch spezielle Zucht im Nährstoffprofil verändert, wissen wir heute ganz genau (siehe Teil 7; wird noch ergänzt).

Glutenintoleranz

Zwar haben wir vermutlich schon immer kohlenhydrathaltige Lebensmittel gegessen (schließlich war man zur Zeit der Altvorderen nicht wählerisch was die Nahrung betrifft), allerdings sind Getreide und auf getreidebasierende Produkte von all den Dingen am problematischsten. Sie enthalten unter anderem das sogenannte Klebereiweiß, was wir auch unter der Bezeichnung Gluten kennen. (z.B. enthalten im Weizen)

Gluten selbst besteht aus zwei Substanzen, nämlich unlöslichen Glutelinen und löslichen Gliadinen. Letzteres, der Gliadin-Teil, ist derjenige, auf den die meisten glutenintoleranten allergisch reagieren [2][3][4]. Wenn glutenintolerante Menschen zu viel von diesem Klebereiweiß aufnehmen, kann es zu Magen-Darm-Beschwerden, Resorptionsstörungen, Schäden im Verdauungstrakt (z.B. Leaky Gut Syndrome – siehe unseren Artikel „Leistungsoptimierung – Teil 3), Aufgeblähtheit und Müdigkeitserscheinungen kommen. [5][6] (Darüber hinaus scheinen Gluten auch die Psyche und den Hirnstoffwechsel (!) negativ zu beeinflussen [7][8].

Phytinsäure, der Anti-Nährstoff

Doch nicht nur Gluten lassen den Konsum von Getreide(-produkten) bedenklich erscheinen. Bestimmte Sorten (darunter Mais, Weizen, Gerste und Roggen) enthalten darüber hinaus auch größere Mengen an Phytinsäure, die dafür bekannt ist die Aufnahme von Mineralstoffen zu behindern (darunter Magnesium, Kalzium, Zink und Eisen) [9]. Zuviel Phytinsäure kann zu Anämien, Muskelkrämpfen, dem Prämenstruellem Syndrom (PMS) und einer beeinträchtigten Immun-Abwehr einhergehen [10].

Getreide(-produkte) sind im Vergleich zu Gemüse und Obst arm an Vitaminen und Mineralien – wer über diese Produktgruppe seinen Bedarf mit essenziellen Vitalstoffen decken möchte, fährt daher mit einer erhöhten Aufnahme von traditionellem Gemüse und Früchten besser (und das auch was die Ballaststoffaufnahme betrifft).

Genug Gründe ein kritisches Auge auf den Konsum derartige Produkte zu haben, gibt es allemal. Und wenn ihr einige der oben aufgeführten Symptome an euch feststellt, könnte eine temporäre Eliminationsdiät – das Streichen von Getreide und Getreideprodukten aus der Ernährung – ein effektives Mittel sein, um die eigene Gesundheit und das Wohlgefühl zu steigern.

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Quellen & Referenzen
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