Ernährungslügen - Teil 2: Gesättigte Fette sind ungesund!

Ernährungslügen – Teil 2: Gesättigte Fette sind ungesund!

Du sollst nicht so viel rotes Fleisch essen, weniger Eier konsumieren und am besten auch die Butter vom Speiseplan streichen, denn ansonsten schadest du deiner Gesundheit und deinem Körper. Warum? Ist doch klar: Es sind die (meist tierischen) gesättigten Fette, die uns krank und fett machen…aber stimmt das wirklich?

Im zweiten Teil der Ernährungsmythen und –lügen Serie erklären wir dir, woher die Behauptung „gesättigtes Fett = ungesund“ stammt und warum du das nicht ohne Weiteres „schlucken“ solltest. Es wurde viel getrickst, es wurde noch mehr getäuscht und die Wahrheit verzerrt.

Ernährungslügen – Teil 2: Gesättigte Fette sind ungesund!

Noch vor hundert Jahren machten wir uns nur wenig Gedanken über die Art der Fette, die wir mit unserer Nahrung aufnahmen. Kaum ein Mensch starb zu der Zeit an Herzversagen und die Leute ernährten zu großen Teilen von natürlich vorkommenden (tierischen) Fetten. Mit dem Ende des zweiten Weltkriegs folgte auch ein Wechsel des Ernährungsparadigmas in den Vereinigten Staaten. Ein amerikanische Wissenschaftler namens Ancel Keys – derselbe Keys, der für die Ami-Soldaten im zweiten Weltkrieg die sogenannte „K-Ration“ („Keys-Ration“) entwickelt hatte – vertrat zu der Zeit die Theorie, dass fetthaltige Nahrung auch gleichzeitig das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle erhöhe. Um seinen Vermutungen die nötige Art von Rückenwind zu verschaffen, versuchte Keys in mehreren Anläufen die schädliche Auswirkungen von Fett auf das Herz-Kreislauf-System anhand von Studien zu beweisen. 

Der Ausbruch der Fettphobie oder – „Wie Keys getrickst hat“

1958 erschien die erste Publikation („7 Länder-Studie“), in der Keys die Korrelation von Fettkonsum und dem CHD-Risiko („coronary heart disease“) aufzeigte. In dieser statistischen Untersuchung, bei der Keys die Werte von rund 7 Ländern aufführte zeigte sich eine eindrückliche Beziehung zwischen der Aufnahme von Fettkalorien und der Gefahr des Herzrisikos. Japan, in dem der Konsum von Fett relativ gering ausfiel, besaß auch das geringste Risiko, während die USA auf der anderen Seite des Spektrums viel Fett konsumierten und auch tendenziell viel öfter an Komplikationen mit dem Herz-Kreislauf-System starben.

Der Trick:  Zur Verfügung standen die Daten aus 22 Ländern, während Keys allerdings nur 7 davon in seiner Studie aufführte. Warum?

Ganz einfach: Nahm man die Daten aller Länder ins Kalkül auf, löste sich die Korrelation von Fettaufnahme und CHD-Risiko schier in Luft auf. So, meine Damen und Herren, kann man seine Statistiken auch frisieren! (Bildquelle mit 6 Ländern: [1])

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Key’s „Cherry-Picking“: Nimmt man nur eine handvoll Länder, die einem gut zu pass kommen, entsteht die Korrelation zwischen Herzkrankheit und Fettaufnahme. Nimmt man alle Daten, dann macht sie die ehemals offensichtliche Korrelation dünn. (Bildquelle: Deep Nutrition)

Natürlich flog dieser Schwindel in der Wissenschaft auf und Keys kassierte von seinen Forscherkollegen eine ganze Menge Kritik, während die Medien diesen Fund als Sensation auszuschlachten begannen – schon bald las man weltweit: „FETT MACHT HERZKRANK!“ Keys Forschungsergebnisse fanden insbesondere Anklang bei Herstellern von Margarine (u.a. die American Heart Association, die zu der Zeit zu den größten Financiers für pflanzliche Öle zählte. Zaunpfahl: Margarine wird aus Pflanzenfett hergestellt), welche nun dazu übergingen ärztliche Kollegen und Mediziner von dem vermeintlich „bösem tierischen Fett“ zu überzeugen. Mit dem dogmatischen Wechsel – von tierischem Fett zu pflanzlichem Fett – stieg auch die Popularität sogenannter Transfettsäuren. Der Butterabsatz brach ein, die Verkaufszahlen (transfetthaltiger) Margarine explodierten. Die Fettphobie kam ins Rollen.

Um auch seine wissenschaftlichen Kollegen gütlich zu stimmen und seinen Fauxpas von 1958 reinzuwaschen, entschloss sich Keys dazu eine weitere Studie zu publizieren, die für seine Kritiker der ultimative Sargnagel sein sollte. 1961 folgte also ein weiteres Paper, in der Keys die Schädlichkeit von tierischem Fett (!) für die Herzgesundheit verifizieren wollte.

Die Komik: In dieser Humanstudie erhielten die Testkandidaten eine Kost, die überwiegend aus gehärtetem pflanzlichem Fett – aka transfetthaltige Margarine – bestand. [1] Das Transfette (abnormal gesättigte Fettsäuren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln) schlecht für unsere Gesundheit sind, wissen wir heute ziemlich genau [6][7][8][9][10].

Der Sprung in die Gegenwart

In einer umfassenden Meta-Analyse von 2010 untersuchten Epidemiologien rund 21 prospektive Studien, welche mehr als 340.000 Menschen umfassten. Einen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und der Erkrankung von Herz bzw. Herzgefäßen blieb unauffindbar. [2] Und obwohl die Wissenschaft seit mehreren Jahren keine Beweise für einen solchen Zusammenhang vorlegen kann, gilt gesättigtes Fett im Volksmund als ungesund und krankheitsfördernd [3].

Nahrungsmittelhersteller, die in ihren Produkten auf pflanzliche Öle setzen, haben in diesem Bereich erhebliches finanzielles Interesse an einer solchen Vermarktungsstrategie: „tierisches Fett = böse“ ; „pflanzliches Fett = gut.“ Alles andere erledigt die sensationsgeile Medienlandschaft, denn immerhin ist es wesentlich leicht den Leuten zu verklickern, dass es das Fett ist, dass uns fett und krank macht (Siehe Lüge #11). Die Realität sieht indes anders aus:

Gesättigte Fettsäuren – hierrunter fallen tierische Fette, etwa aus Eiern, Butter oder Fleisch sowie aus Pflanzen, etwa Kokosnuss – erhöhen nachweislich den HDL-Cholesterinwert (während sie gleichzeitig den Anteil an vLDL-Partikeln, also den kleine dichten Cholesterinmolekülen, reduzieren) [4][5] – was wiederum eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem hat

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Quellen & Referenzen
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